// Bewegung einfangen bei wenig Licht

Ohne das die Atmosphäre drunter leidet

Vor dieser Herausforderung stehen viele beim Fotografieren unter schwierigen Bedingungen. Da kauft man sich ne tolle neue DSLR für viel Geld und will schöne Bilder. Und was macht die Kamera? Klappt den Blitz aus, feuert los und produziert dann sowas.

1/90, f5.6, ISO 400

1/90, f5.6, ISO 400

Da kommt erstmal Ernüchterung auf. und man will die Kamera in die Tonne werfen. Dabei kann die Kamera, in diesem Beispiel zumindest nix dafür. Es war einfach kein Licht da. Und wo kein Licht da auch kein Foto. Da kann die Kamera noch so toll und teuer sein. Selbst eine Sony a7s, die fast schon einem Nachtsichtgerät gleicht macht in Dunkelheit Bilder. Was hat die Kamera bei dem Beispiel oben versucht? Wie man in den Reflexionen in den Augen sehen kann, hat sie versucht mit dem internen Blitz das Bild aufzuhellen. Eigentlich keine schlechte Idee. Den wenn kein Licht da ist, Macht man sich Licht eben selber. Nur Hat nicht jeder gleich nen 600EX-RT oder SB-910 die mal kurz 100m weit ausleuchten können. Der interne Blitz einer DSLR kann meistens keine 2m weit ausleuchten und mit zunehmender Entfernung nimmt die Lichtstärke ab.

Außerdem macht der Einsatz eines Blitzes, wenn man nicht genau weis was man da tut, die Lichtstimmung kaputt. Deswegen Blitz einfach mal ausschalten und versuchen mit anderen Mitteln zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Was für Möglichkeiten gibt uns die Kamera da?

Grundsätzlich 3. Und zwar die Möglichkeiten des Belichtungsdreiecks. Dieses gehört zu den Grundlagen. Wenn ihr euch nicht damit auskennt, schaut einfach mal bei Youtube vorbei. da gibt es jede Menge Videos zu dem Thema. Wenn man das verstanden hat sollte man sich mal anschauen was für ein Objektiv man hat. Eine Blende von 2.8 ist nie verkehrt, aber auch mit dem Kit-Objektiv ist man nicht sofort verloren. Moderne Kameras mit einem APS-C Sensor sind durchaus in der Lage saubere Bilder mit hohen ISO Zahlen zu produzieren. Also keine Angst den ISO mal auf 6400 oder höher zu stellen. Außerdem entsteht nur Rauschen. Das ist wirklich nicht tragisch. Aber wieso ist eine so hohe Sensorempfindlichkeit und Blende nötig? Wenn man Bewegung einfangen will hat man wenig Spielraum mit der Belichtungszeit. Man muss da schon mal auf 1/250tel runter, oder sogar noch kürzer um die Bewegung einzufrieren. 

Wie macht man also Bilder bei wenig Licht?

Kameraeinstellungen

Ich benutze eigentlich meistens die ISO-Automatik meiner Kamera, da ich über die Blende und Verschlusszeit den Look meines Bilder bestimmen will und sich die Lichtverhältnisse schnell ändern können bei Konzerten oder anderen Veranstaltungen. Meistens stelle ich die Verschlusszeit auf etwas zwischen 1/250 - 1/500 und eine Blende von 2.8 ein. Woher weis jetzt die Kamera was für ein ISO sie einstellen soll. Im Prinzip hat jede DSLR eine Belichtungsmessung. Jetzt muss man nur noch wissen auf was man belichten will. Soll das ganze Bild eine korrekte Belichtung haben, wählt man am besten die Mehrfeldmessung. Will man zum Beispiel nur ein Gesicht korrekt Belichten nehme ich meistens die Spotmessung. Mit dieser Methode mache ich eigentlich 90% meiner Konzert- und Veranstaltungsbilder.

Was man noch beachten sollte ist immer in RAW zu fotografieren. Damit hat man in der Nachbearbeitung viel mehr Möglichkeiten das Letzte aus den Bildern rauszukitzeln.  

Moment

Genau so wichtig wie die Kameraeinstellungen ist es das Geschehen zu beobachten und sich richtig zu positionieren. Schaut wie sich das Licht bewegt, achtet vielleicht sogar auf die Musik. Meistens bewegen sich die Lichter im Takt der Musik. Sucht euch die Beste Position. Gegen das Licht zu fotografieren kann oft gut aussehen aber der Autofokus hat da oft Probleme. 

Autofokus

Ich benutze zum Fokusieren eigentlich immer den Servo Modus. Damit verfolgt die Kamera das Objekt das sich bewegt immer mit, bis man den Auslöser drückt. Zur Unterstützung schalte ich auch die Umliegenden AF-Punkte ein. So kann man das Objekt auch verfolgen wenn es mal nicht mehr genau über dem Mittleren Sensor ist. 

Bearbeitung

Zu jedem guten Bild gehört auch die nachträgliche Bearbeitung. Also jagt eure Bilder in jedem Fall durch einen RAW-Converter. Ich benutze hierbei Lightroom. Schaut mal auf Youtube vorbei. Hier gibt es jede menge Tutorials zum Thema RAW-Entwicklung. Und wenn mal ein Bild nicht gelungen ist. Macht es doch einfach mal Schwarz/Weis. So kann man oft noch was retten

Und jetzt noch ein paar weitere schöne Bilder von meinem letzten Palazzo Besuch. Für jeden sehr zu empfehlen ;-)